Wahnsinn Hochzeit

06.04.2010. Von einer begehrten Trauzeugin zur "Weddingplanerin" - Katarina Rathert hat darüber ein Buch geschrieben.

Eigentlich hatte sie sich geschworen, nie wieder ein Amt bei einer Hochzeit zu bekleiden. Denn seit gut zehn Jahren taucht Katarina Rathert immer wieder in derselben Funktion in Erscheinung - als Hochzeitsplanerin. Keine der insgesamt sieben Hochzeiten verging, ohne dass sie ihren Freundinnen irgendeine Aufgabe abnahm - sie trieb einen Tag vor der Hochzeit einen katholischen Pfarrer auf, redete wenige Stunden vor der Feier der Verwandtschaft ihre lustige Überraschungsspielchen aus, flickte in letzter Minute einen gerissenen Schleier, bewahrte die Brautmutter vor einem Nervenzusammenbruch. "Und wie gesagt, eigentlich hatte ich nach der siebten entschlossen, einfach nur mal Gast zu sein."

Bis ihre beste Freundin Lena sie bat, ihre Trauzeugin zu sein. "Da konnte ich natürlich nicht nein sagen." Doch diesmal wollte sie den ganz normalen Wahnsinn in einem Tagebuch festhalten. So entstand der im Internet der stern.de-Blog "Die Weddingplanerin". Über neun Monate hielt sie die anekdotenreichen Hochzeitsvorbereitungen fest. Pünktlich zu Beginn der Hochzeitssaison erscheinen die Einträge als Buch: "Die Wedding Planerin".

Es ist ein Buch für alle, die heiraten, aber auch für jene, die in die Vorbereitungen involviert sind. Denn es wirft einen ganz unverblümten Blick auf den schönsten Tag des Lebens. Und räumt mit Irrtümern auf. "Vergessen Sie den lässigen Ansatz, dass sich am Tag selber schon alles fügen wird, wird es nämlich nicht. Tatsächlich geht es darum, sicherzustellen, dass das Fest das Fest des Paares bleibt und nicht fremdbestimmt wird vom Sportverein oder vom entfernten Großcousin", rät die Expertin. Demzufolge muss eine Hochzeit gut organisiert sein, wobei das Brautpaar selbst auf keinen Fall gestresst werden darf. Im Laufe der sieben Hochzeiten hat Katarina Rathert gelernt, Nein zu sagen. Sie hat schon so manchem Patenonkel klar gemacht, dass das Brautpaar es sicher nicht superlustig fände, wenn sich die beiden mit verbundenen Augen gegenseitig die Zähne putzen müssen. Und auch das zwölfminütige Trompeten-Blockflötenspiel der Patenkinder hat sie prompt auf Weihnachten vertagt. Mit Schrecken erinnert sich die 31-Jährige an die peinliche Stille bei der nicht angekündigten "Glocken von Rom"-Aufführung vom Sportverein eines Bräutigams. "Dabei hängen die besagten 'Glocken von Rom' in Form von Kuhglocken zwischen Männerbeinen."

Fingerspitzengefühl erfordert vor allem der Hochzeitskleid-Kauf, denn hier kommen Grundsatzfragen auf den Tisch: "Bin ich das? Will er so eine Frau? Was wollen wir überhaupt? Pass ich zu ihm und noch viel entscheidender - pass ich da überhaupt rein?", fasst die leidgeprüfte Trauzeugin zusammen. "Das Wichtigste ist tatsächlich eine gute Beratung und die ist oftmals in kleinen Boutiquen besser als im 1500 Quadratmeter großen Hochzeitskleid-Outlet."

Außerdem sei es völlig normal, dass Bräute komplett durchdrehen. Doch bei allem Einfühlungsvermögen sei auch Realitätsbezug gefragt. Spätestens wenn die Braut sagt "Ich pass' da schon rein, ich wollte ja eh noch acht Kilo abnehmen", sollte die Freundin ihr raten statt auf Eventualitäten auf Fakten zu bauen. Kurzum: Eine richtig gute Freundin sieht der gestressten Braut Zickenalarm, unnötige Gefühlsaubrüche und zwischenzeitliche Undankbarkeit nach.

Warum sie trotzdem immer wieder ja gesagt hat als Trauzeugin? Dafür gebe es schon einen Grund sagt sie, und der sei echt verdammt kitschig: Der größte Moment sei für sie der, wenn sich die Brautleute das erste Mal sehen. Bei allem Tamtam sei das immer ein ganz berührender Moment, der den Preis der vielen Arbeit allemal wert sei. Und - will die Weddingplanerin eigentlich auch mal heiraten? Ja, klar, sagt sie. Den passenden Mann hat sie sogar auch schon. Aber, sagt Katarina Rathert, und beugt sich vor und lächelt - sie könne sich auch ziemlich gut vorstellen, ganz ruhig im kleinen Kreis, irgendwo im Ausland. Am liebsten möchte die Hochzeitsplanerin weitab von allem Stress, und ohne offizielle Bekanntgabe vor den Traualtar zu treten.

 

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